Schule am Mainbogen

Schule am Mainbogen
Fachfeldstr. 34 | 60386 Frankfurt am Main / Fechenheim

P U S C H – “Praxis und Schule”

Auszug aus dem PuSch-Konzept der Schule am Mainbogen

Ziele der PuSch-Klassen an der Schule am Mainbogen

PuSch-Klassen an der Schule am Mainbogen sollen…

► die Persönlichkeit unserer Schülerinnen und Schüler stärken und stabilisieren
► Erfolgserlebnisse schaffen und die Lern- und Leistungsmotivation erhöhen
► die individuellen Stärken und Kenntnisse fördern
► fachliche, methodische, persönliche und soziale Schlüsselkompetenzen vermitteln
► die Beschäftigungs- und Ausbildungsfähigkeit erhöhen
► eine strukturierte Berufsorientierung und Praxiserfahrungen ermöglichen
► Schul- und Ausbildungsabbrüche und Warteschleifen reduzieren
► die Schülerinnen und Schüler in Berufsausbildung und Arbeit vermitteln
► den Qualifizierenden Hauptschulabschluss oder den Hauptschulabschluss ermöglichen
► die Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss verringern

PuSch-Team der Schule am Mainbogen

Sabine Schliwski, Dennis Rahmann, Ivana Cirovic

Zielgruppen
In unseren PuSch-Klassen werden Schülerinnen und Schüler aus unserer Schule, den umliegenden Haupt- und Gesamtschulen und den benachbarten Förderschulen (Wallschule und Charles-Hallgarten-Schule) aufgenommen, die mit großen Lern- und Leistungsrückständen vor der Schulentlassung stehen und in das Berufsleben hinüber begleitet werden müssen. Unsere Pusch-Klassen bieten den Schülerinnen und Schülern eine Chance, die ohne Motivation, ohne bisherigen Schulerfolg, der Schule überdrüssig und häufig auch als belastend für die Lern- und Leistungssituation in der gesamten Klasse gelten, den Übergang in das Berufsleben zu ermöglichen. Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden aufgenommen, wenn zu erwarten ist, dass sie an der Maßnahme erfolgreich teilnehmen können. Alle Schülerinnen und Schüler haben zu Beginn der Maßnahme mindestens acht Schulbesuchsjahre absolviert und verfügen über die für das Projekt „Praxis und Schule“ erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache in Wort und Schrift.

Besonderheiten der PuSch-Konzeption der Schule am Mainbogen

► Die PuSch-Klasse ist eine pädagogische Einheit der Jgst. 9. Nach Abschluss der Orientierungsphase (6 Wochen nach Schuljahresbeginn) nehmen wir in der Regel keine neuen Schüler mehr auf.

► Die Schülerinnen und Schüler können nach dem erfolgreichen Besuch der PuSch-Klasse in unsere 10. Klasse wechseln. Förderschülerinnen und Förderschüler haben die Möglichkeit in einem weiteren Schulbesuchsjahr an unserer Schule den Berufsorientierten Abschluss bzw. den Hauptschulabschluss zu erwerben.

► Die Gruppengröße beträgt maximal 17 Schülerinnen und Schüler.

► Die Schülerinnen und Schüler besuchen für drei Tage den Unterricht an der Schule am Mainbogen und absolvieren an zwei festen Tagen in der Woche ein Praktikum in einem Betrieb.

► Individuelle Förderpläne sind die Grundlage für die unterrichtliche und erzieherische Arbeit. In regelmäßigen Abständen finden Rückmeldungen, Selbsteinschätzungsgespräche und Gespräche mit den Eltern statt. Die Arbeit mit den Förderplänen ermöglicht uns, die Jugendlichen individuell zu fördern, ohne sie zu überfordern. Schriftliche Zielvereinbarungen zwischen PuSch-Team, Eltern und Schülern steuern den individuellen Lernprozess.

► Jede PuSch-Klasse wird von einem Klassenlehrer/in und einer Sozialpädagogin unterrichtet und betreut.

► Zu Beginn der Maßnahme findet zwischen den Sommerferien und den Herbstferien eine Orientierungsphase statt.

► Bei der Auswahl der Unterrichtsinhalte und Arbeitsmaterialien legen wir großen Wert darauf, dass eine kontinuierliche und systematische Verknüpfung mit dem Arbeitsleben gewährleistet wird.

Aufnahmeverfahren

Nach Zusage der „PuSch“-Maßnahme durch das Hessische Kultusministerium informiert die Schulleiterin die umliegenden Hauptschulen und die Förderschulen über das PuSch-Konzept und das Aufnahmeverfahren. Schulleitung und PuSch-Klassenlehrer stehen Lehrern, Sozialpädagogen und Eltern der abgebenden Schulen gerne zu Beratungs- und Informationsgesprächen zur Verfügung. Intern besprechen wir eventuelle PuSch-Kandidaten im Rahmen der Zeugniskonferenzen am Ende des 1. Schulhalbjahres, in diesem Jahr jedoch bei den Förderplankonferenzen kurz nach den Osterferien.

Das Aufnahmeverfahren auf einen Blick

Januar: Wir informieren schriftlich alle abgebenden Schulen, dass wir im Sommer mit neuen PuSch-Klassen starten und verschicken die Antragsformulare.
ab Febr.: vorläufige Anmeldungen der Schüler über die abgebenden Schulen und individuelle Beratungsgespräche durch Schulleitung und PuSch-Lehrer
Mai: Informationsabend zum PuSch-Konzept für alle interessierten Eltern, Schüler und Kollegen in der Mensa der Schule am Mainbogen.
Mai: Kontrolle der Zugangsvoraussetzungen (u.a. muss die Klassenkonferenz der abgebenden Schule entscheiden, dass ohne PuSch der Hauptschul­ abschluss gefährdet ist.)
Juni: Einzelgespräche mit Schüler/in und Erziehungsberechtigten in der Schule. Unterzeichnung des PuSch-Vertrages (Eine Kopie des Vertrages hängen wir als Anlage an).

 

1. Orientierungsphase

Zu Beginn der PuSch-Maßnahme durchlaufen unsere PuSch-Klassen nach den Sommerferien eine etwa sechswöchige Orientierungs- oder Einstiegsphase. Gerade für unsere Klasse, die sich nicht nur aus dem eigenen Haus rekrutiert, sondern die aus vielen Nachbarschulen Schüler aufnimmt, hat diese erste zeitlich umfangreiche Phase eine sehr wichtige Bedeutung. Viele von ihnen sind durch eine problematische Schulkarriere geprägt und müssen für dieses Projekt neu motiviert werden.
Dem PuSch-Team dient die Orientierungsphase vor allem dazu, sich einen umfassenden Eindruck von ihrer neuen Lerngruppe zu verschaffen. Lehrer und Sozialpädagogen lernen in dieser intensiven Phase die neuen Schülerinnen und Schüler kennen. Gleichzeitig dient diese Phase dem gegenseitigen Kennenlernen der Schüler und Schülerinnen und dem Zusammenwachsen einer stabilen Lerngruppe. Vermitteln einzelne Schüler in dieser Zeit den Eindruck, dass ihr Lern- und Sozialverhalten nicht den Anforderungen entspricht, muss darüber nachgedacht werden, ob sie in ihre alte Klasse zurückkehren sollten.
Wir streben an, dass unsere Schülerinnen und Schüler in der Orientierungsphase einen Tag in der Woche eine externe Veranstaltung besuchen oder durchführen (Rallye in der Umgebung, Klettern, Besuch des Berufsinformationszentrums, Tageswanderung, Betriebserkundung).
Die Orientierungsphase dient gleichzeitig auch der Diagnostik und wir machen die Schülerinnen und Schüler mit der neuen Art des PuSch-Lernens vertraut und bereiten sie gezielt auf das Lernen und Arbeiten in Schule und Betrieb vor. In der Orientierungsphase erfassen wir die Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch. Die Ergebnisse dieser Tests fließen in die Planung der Unterrichtseinheiten ein. Die festgestellten Defizite in der Lerngruppe werden regelmäßig bei der Unterrichtsvorbereitung berücksichtigt und aufgedeckte Lücken werden systematisch aufgearbeitet.

Exemplarisch stellen wir hier die Planung einer Orientierungsphase vor:

1. Woche: Wir lernen unsere Schule und die Umgebung kennen.
2. Woche: Wir renovieren unseren neuen Klassenraum und richten uns ein.
3. Woche: Einführung in das PuSch-Lernen / Berufsorientierung – allgemein
4. Woche: Berufsorientierung – Vorbereitung auf das Praktikum
5. Woche: Berufsorientierung – wir suchen einen Praktikumsplatz
6. Woche: Projektarbeit in Kleingruppen mit Präsentation der Ergebnisse

Am letzten Tag der Orientierungsphase findet kein Unterricht statt. Die Schülerinnen und Schüler kommen einzeln zu einem Gespräch mit dem PuSch-Team und der Schulleitung zusammen. Zuerst haben sie die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Erkenntnisse zu verbalisieren. Anschließend erhalten sie eine individuelle Rückmeldung über den Verlauf der Orientierungsphase, zu individuellen Stärken und Schwächen und es werden erste mündliche Zielvereinbarungen getroffen.

Bewerben und Projektprüfung

Unsere PuSch-Schülerinnen und Schüler erhalten regelmäßig die Gelegenheit, offene Ausbildungsplätze im Internet zu recherchieren und Bewerbungen anzufertigen. Dazu entwickelten alle Schülerinnen und Schüler individuelle Bewerbungsunterlagen, die entweder im Schülermodul oder auf einem Stick gesichert wurden.

Höhepunkt dieses Halbjahres ist die Projektprüfung. Diese Prüfung ist in Hessen ein wichtiger Teil der Hauptschulabschlussprüfung und ist ein Prozess, der sich über etwa zwei Monate verteilt. Die Schülerinnen und Schüler bilden Dreier- oder Vierergruppen und einigen sich auf ein fächerübergreifendes Thema, das sie in diesem Projekt bearbeiten wollen. Dabei werden die Gruppen regelmäßig von einem Lehrer beraten. Am Ende der Projektphase steht die Präsentation des Projektes. Jede Gruppe präsentiert ihr Ergebnis mit den unterschiedlichsten Medien vor einem Prüfungsausschuss aus Schulleitung und betreuenden Lehrern. Die Gesamtnote fließt am Ende des zweiten Halbjahres in das Abschlusszeugnis ein.

Prüfungsvorbereitung und schriftliche Prüfung

Mitte Mai jeden Jahres liegen in der Regel die schriftlichen Abschlussprüfungen für die Hauptschule in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch. Die systematische Vorbereitung unserer Schülerinnen und Schüler auf diese Prüfungen hat in der Zeit von Januar bis Anfang Mai oberste Priorität. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten die Prüfungsaufgaben der letzten Jahre und die Lehrer werten regelmäßig die Ergebnisse aus. So kann auf festgestellte Schwächen jederzeit mit einem gezielten Modul ein problematisches Thema aufgearbeitet werden. Prüfungsängste werden individuell angesprochen und es wird nach Lösungsansätzen gesucht.
Nach den schriftlichen Abschlussprüfungen wird mit den Schülerinnen und Schülern der Übergang in die Arbeitswelt oder auf weiterführende Schulen vorbereitet.

Handlungs- und projektorientierter Ansatz

Im Idealfall ist PuSch-Unterricht eine Synthese aus theoretischer Unterweisung und praktischer Tätigkeit. Deshalb stellt eine kontinuierliche, systematische und praxisorientierte Verknüpfung des Lernens in Schule und Betrieb ein wesentliches Gestaltungs- und Organisationselement des Unterrichts dar. Fragen, die am Praxislernort entstehen, werden an unserer Schule nach Möglichkeit in den Unterricht integriert, und umgekehrt sammeln unsere Schülerinnen und Schüler Erfolgserlebnisse, wenn sie ihr schulisches Wissen im Betrieb an den Mann bringen können.

Schon in den ersten Wochen – zum Ende der Orientierungsphase – bearbeiten die Schülerinnen und Schüler unserer PuSch-Klassen in Kleingruppen ein Projekt.
Recherchieren, Dokumentieren und Präsentieren im Rahmen der Projektarbeit sind wichtige Fähigkeiten und Fertigkeiten, die unsere Schülerinnen und Schüler von Anfang an lernen. Deshalb bemühen wir uns, den Unterricht in den PuSch-Klassen projektorientiert zu gestalten.

Unterricht

Aufgrund des hohen Praxisanteils stehen in den PuSch-Klassen am Lernort Schule nur 22 Unterrichtsstunden zur Verfügung. An der Schule am Mainbogen unterrichten wir unsere Schülerinnen und Schüler nach der Stundentafel der PuSch-Leitlinie. An drei Tagen in der Woche besuchen die Schülerinnen und Schüler den regulären Unterricht in ihrem Klassenverband mit 22 Schulstunden. Jeweils vier Stunden, also etwa vierzig Prozent des Stundenvolumens, fallen auf die Fächer Deutsch und Mathematik, denn am Ende der 9. Klasse müssen auch unsere Schülerinnen und Schüler die zentrale Abschlussprüfung für den Hauptschulabschluss ablegen. Darüber hinaus ist der Unterricht in diesen Kernfächern integraler Bestandteil der Lernbereiche, in denen die naturwissenschaftlichen, die gesellschaftswissenschaftlichen und musischen Fächer und das Fach Sport zusammengefasst sind.

Für diesen fachübergreifenden Unterricht in den Lernbereichen werden jeweils zwei Unterrichtsstunden veranschlagt. Zwei Stunden pro Woche widmen sich die Jugendlichen der Aufbereitung ihrer Praxisprojekte und weitere drei Stunden entfallen auf den Englischunterricht. Aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen (Anfänger von der Förderschule, Schüler mit mehrjährigem Englischunterricht aus der IGS / Hauptschule) differenzieren wir in zwei Lerngruppen.

Bei der Auswahl der Unterrichtsinhalte in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch arbeiten wir nach den Lehrplänen des Hessischen Kultusministeriums für den Bildungsgang Hauptschule. Dabei arbeiten wir im Mathematikunterricht mit den Standardlehrwerken. Zusätzliche Projektaufgaben stellen den Bezug zur Praxis her. Im Fach Deutsch achten wir bei der Auswahl von Texten darauf, dass eine Verknüpfung zur Arbeitswelt sicher gestellt ist. In Unterrichtseinheiten zum Thema Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung usw. arbeiten wir mit der Reihe Doppelklick vom Verlag Cornelsen. Im Fach Englisch arbeiten wir bis zur Prüfungsvorbereitungsphase mit den beiden ehemaligen SchuB-Werken (Great English Workbook 1 und 2) des Hessischen Kultusministeriums.

Für den Lernbereich Naturwissenschaften haben wir Klassensätze Arbeitsbücher „Natur bewusst“ vom Westermann Verlag angeschafft. Diese Reihe ist für diesen Lernbereich konzipiert und bietet eine große Auswahl gut gegliederter Unterrichtseinheiten, die Aspekte der Chemie, der Physik und der Biologie integrieren. Sie bieten unseren PuSch-Schülern übersichtliche visuell gut ausgearbeitete Unterrichtseinheiten. Wir beginnen mit einer Unterrichtseinheit Wasser. Durch die Unterstützung der Fraport AG analysieren unsere Schülerinnen und Schüler Wasserproben und melden die Ergebnisse an das Unternehmen zurück. Weitere Unterrichtseinheiten beinhalten die Themen Atmung, Herz-Kreislauf-System, Ernährung und Verhaltenslehre. Bei der Bearbeitung dieser Themen legen wir einerseits großen Wert auf gesundheitliche Tipps für das weitere Leben und andererseits stellen wir Verbindungen zur Arbeitswelt her.

Für den Lernbereich Gesellschaftslehre haben wir Klassensätze des Buches Trio angeschafft. Auch diese beiden Bände sind speziell für diesen Fächerverbund konzipiert. Bei der Auswahl der Unterrichtseinheiten in diesen beiden Fächerverbünden berücksichtigen wir mehrere Aspekte. Die Themen sollen den Lehrplänen für diese Jahrgangsstufe nach den Hessischen Lehrplänen entsprechen, sie sollen einen Bezug zur Arbeitswelt ermöglichen, sie sollen einen Bezug zu von Schülern gesammelten Erfahrungen aus der Arbeitswelt und dem Privatleben zulassen und sie sollen projektorientiertes Arbeiten ermöglichen. Zu Beginn steht eine Unterrichtseinheit Deutschland und Europa, die einerseits grundlegende Defizite aufarbeitet und gleichzeitig den Schülerinnen und Schülern die erste Möglichkeit für Gruppenpräsentationen bietet. Die „Deutsche Geschichte“ von 1945 bis heute, die Grundlagen der Wirtschaftslehre und berufsbezogene Themen, wie Jugendarbeitsschutzgesetz, Berufsbildungsgesetz, Arbeitslosigkeit und Sozialer Schutz in der Bundesrepublik Deutschland runden das Spektrum ab.

Im Lernbereich Ästhetische Bildung bieten wir immer zwei Angebote parallel an, so dass die Schülerinnen und Schüler zwischen sportlichen und gestalterischen Angeboten auswählen können. Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass viele Schülerinnen und Schüler sportliche Angebote wählen, die koedukativ angeboten werden.

Lernen am Praxislernort

In den ersten Wochen der Orientierungsphase vermitteln wir unseren Schülerinnen und Schülern Grundkenntnisse und –fertigkeiten, die sie in die Lage versetzen, einen Praktikumsplatz zu suchen und ein Praktikum zu absolvieren. Bei der Suche nach dem ersten Praktikumsplatz beraten wir die Schüler einerseits individuell unter Berücksichtigung ihrer Interessen und andererseits vermitteln wir ihnen, wie der Erstkontakt zu einem Betrieb hergestellt werden kann und welche grundlegenden Regeln zu beachten sind.

Wir legen besonderen Wert darauf, dass unsere Schülerinnen und Schüler bei der Auswahl der Praktikumsbetriebe darauf achten, dass es sich hier um Berufsfelder und Berufsbilder handelt, die später mit dem Hauptschulabschluss oder dem qualifizierenden Hauptschulabschluss auch ausgebildet werden. Dabei achten wir auch darauf, dass die ausgewählten Betriebe in der Regel auch selber im dualen System der Berufsausbildung ausbilden.

Jede Schülerin und jeder Schüler unserer PuSch-Klassen zwei unterschiedliche Berufsfelder erkunden. Wir beraten unsere Schüler, dass der Wechsel der Berufsfelder im 1. Halbjahr sinnvoll ist, denn in der zweiten Praktikumsphase im 2. Halbjahr der Jahrgangsstufe 9 sollten sie ihre betriebliche Praxis dort ausüben, wo sie die Möglichkeit auf Ausbildung/ Beschäftigung erhalten. Bei der Auswahl der Betriebe empfehlen wir, nicht den Betrieb in der Nachbarschaft zu nehmen oder im Betrieb, in dem Vater arbeitet ein Praktikum zu absolvieren, sondern wir weisen unsere Schülerinnen und Schüler immer wieder darauf hin, dass das persönliche Interesse und die Möglichkeit, in einem Betrieb einen Ausbildungsplatz zu ergattern, ausschlaggebend sein müssen.

Diese kontinuierlichen Praxistage dienen vor allem der Erkundung betrieblicher Arbeitsabläufe und –aufgaben. Die Schülerinnen und Schüler sollen erproben, inwieweit dieses Berufsbild ihren Interessen und Fähigkeiten entspricht. Auch die
Erkenntnis, dass ein Berufsbild nicht den persönlichen Vorstellungen des Jugendlichen entspricht, kann das positive Ergebnis eines Betriebspraktikums sein. In der Regel wählen unsere Schülerinnen und Schüler kleinere Handwerksbetriebe (Metallbauer, Maler und Lackierer, Bäcker, Elektroinstallateure, Kfz-Werkstätten, Friseursalons), Betriebe im Einzelhandel, Betriebe der Gastronomie, Betriebe des Gartenbaus und pflegerische Institutionen, da neuerdings auch hier wieder Berufsbilder für den Hauptschulabschluss angeboten werden und die Zukunftsperspektiven sehr gut sind.

Während der Praktika werden die Jugendlichen von den PuSch-Mitarbeitern (Lehrern und Sozialpädagogen) betreut. Sie dienen den Betrieben als Ansprechpartner und Vertrauenspersonen. Sie suchen in regelmäßigen Abständen die Praxislernorte auf und informieren sich über die Lernfortschritte ihrer PuSch-Schülerinnen und Schüler. Gleichzeitig stehen sie den Betrieben bei Problemen schnell als Ansprechpartner zur Verfügung. Zum Abschluss eines jeden Praktikums erhalten die Jugendlichen vom Praxisbetrieb eine standardisierte Beurteilung, in der vor allem ihre Arbeitshaltung, ihre Arbeitsweise und ihr Sozialverhalten beurteilt wird. Diese Beurteilungen werden den Halbjahreszeugnissen als Anhang beigelegt. Den gleichen Beurteilungsbogen als Fremdeinschätzung durch den Praktikumsbetrieb erhalten unsere Schülerinnen und Schüler nach jedem Praktikum mit den gleichen Items noch einmal als Selbsteinschätzungsbogen, so dass jede Schülerin und jeder Schüler nach jedem Praktikum die beiden Ratings vergleichen kann.

Sozialpädagogische Förderung

Ein weiterer zentraler Baustein des PuSch-Konzeptes ist die sozialpädagogische Betreuung. In der PuSch-Klasse der Schule am Mainbogen arbeitet eine sozialpädagogische Fachkraft mit 10 Wochenstunden. Klassenlehrer und sozialpädagogische Fachkraft bilden das PuSch-Team, das sehr eng kooperiert.
Während der Klassenlehrer eher als Lernberater fungiert, steht die sozialpädagogische Fachkraft den Schülerinnen und Schülern als Vertrauensperson zur Seite. Zu ihren Aufgaben zählt neben Einzelfallhilfen, Kriseninterventionen und einer intensiven Elternarbeit auch die Durchführung von Trainingsmaßnahmen, die geeignet sind, die Sozialkompetenz der Jugendlichen zu fördern. Sie übernehmen aber auch Aufgaben im Rahmen der Binnendifferenzierung im Unterricht und betreuen mit der Klassenlehrkraft die PuSch-Schülerinnen und Schüler im Praktikum.
In allen unseren Klassen arbeiten PuSch-Lehrer und PuSch-Sozialpädagogen sehr eng zusammen.

 

 

Downloads

Download 00 – PuSch-Konzept SaM
Download 01 – Schulanfrage PuSch andere Schulen
Download 02 – Elterninformation
Download 03 – Sozialpadagogik
Download 04 – Anmeldung durch die Erziehungsberechtigten
Download 05 – Meldebogen durch die Lehrkraft