Schule am Mainbogen

Schule am Mainbogen
Fachfeldstr. 34 | 60386 Frankfurt am Main / Fechenheim

Deutsch als Zweitsprache / Intensivklassen

An der Schule am Mainbogen haben wir uns für zwei Intensivklassen entschieden, die nach dem Alter der Schülerinnen und Schüler.

IK 1 nimmt das Alter für entsprechende 5. – 7. Klassen
IK 2 nimmt das Alter für entsprechende 7. – 9. Klassen

Deutsch als Zweitsprache – Unterricht

Der DaZ- Unterricht orientiert sich am Kerncurriculum (Deutsch) für Hessen und dem jeweiligen Schulcurriculum bzw. an den geltenden Lehrplänen und entspricht den dort dargelegten fachlichen Anforderungen.
Das Beherrschen der deutschen Sprache ist die Grundvoraussetzung dafür, dass die Kinder und Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte in Deutschland in Schule und Beruf eine Chance haben.
Um dieses Ziel verwirklichen zu können wurden in der Schule zwei Intensivklassen eingerichtet. Somit beinhaltet das DaZ-Konzept zwei Bereiche:

1) DaZ-Unterricht in den zwei Intensivklassen und
2) DaZ- Förderunterricht bzw. weitere sprachliche Unterstützung der Schüler und Schülerinnen mit Zuwanderungsgeschichte, die im regulären Unterricht teilnehmen, aber immer noch Sprachfördermaßnahmen angewiesen sind

Gesamtkonzeption/ Zielsetzung

Das Ziel des DaZ-Unterrichts richtet sich nicht nur auf das erfolgreiche Beherrschen der deutschen Sprache sowie auf die Teilnahme der Kinder mit Migrationshintergrund im regulären Unterricht, sondern durch den DaZ-Unterricht soll zugleich die Chance auf einen Schulabschluss sowie die erfolgreiche Teilhabe am beruflichen und gesellschaftlichen Leben für Schülerinnen und Schüler erhöht werden.

Der DaZ-Unterricht sollte -wie jeder Unterricht- vom Entwicklungsstand und den individuellen Potenzialen des einzelnen Kindes bzw. Jugendlichen ausgehen und sich an den jeweiligen Bildungsstandards orientieren. Beim Aufbau von Wissen und Kompetenzen knüpft der DaZ-Unterricht unserem Schulmotto entsprechend an die Erfahrungen und das existierende Vorwissen der Schülerinnen und Schüler an. Individualisierte Lehrpläne und differenzierte Leistungsrückmeldungen unterstützen den Bildungserfolg. Hilfreich dabei sind ein anregungsreiches und positives Lernklima mit Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Begabungen. Der Unterricht soll die Verantwortung für die eigenen Lernprozesse stärken sowie selbstständiges und kooperatives Lernen fördern. Der Unterricht ist inhaltlich und in seinem Ablauf klar strukturiert. Die Ziele, Inhalte, Anforderungen und der geplante Ablauf des Unterrichts sind transparent.

Im Mittelpunkt des DaZ-Unterrichts stehen die fachliche Förderung und die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte. Wichtig dabei ist, die Vielfalt von Herkunft, Sprachen, Religionen und Kulturen der Schülerschaft als Chance zu sehen und diese dafür zu nutzen, allen Beteiligten interkulturelle Kompetenzen zu vermitteln.

Das positive Arbeitsklima in den Intensivklassen sowie bei den förderlichen Maßnahmen ist genauso wichtig für den Bildungserfolg der Schülerinnen und Schüler. Schülerbezogene Förderpläne mit konkreten Maßnahmen, die verbindliche Einbeziehung der Eltern respektive gesetzlichen Vormunde (z.B. durch regelmäßige Lernentwicklungsgespräche und Erziehungsvereinbarungen), die Kooperation mit Fachkräften wie Sozialpädagogen, Schulpsychologen sind wesentliche Elemente der Unterstützungsstrategie der Kinder und Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte, deren Ziel mindestens das Erreichen des Hauptschulabschlusses auf der Basis der Bildungsstandards ist. Die Arbeit mit (unbegleiteten) geflüchteten Kindern und Jugendlichen erfordert in besonderem Maße Fingerspitzengefühl und Engagement, da die Schülerinnen und Schüler oftmals im Unklaren über ihre eigenen sowie familiären Zukunftsperspektiven sind und teilweise mit schweren Traumata zu kämpfen haben. Zudem besteht aufgrund der unterschiedlichen Lebensbiografien eine enorme Heterogenität in Bezug auf Vorkenntnisse, kognitive sowie motorische Fähigkeiten, Schulerfahrung religiöse und politische Ansichten, familiär-sozialer Hintergrund Integrationswille, Motivation, Ehrgeiz und Fleiß.

Grundinformationen über die Intensivklassen und den DaZ-Fachbereich an der Schule am Mainbogen

Was ist eine Intensivklasse?

Schülerinnen und Schüler, die aus verschiedenen Ländern kommen, lernen Deutsch, um sich in das deutsche Schulsystem integrieren zu können. Für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger ohne Deutschkenntnisse haben wir aktuell zwei Intensivklassen, um diesen Schülerinnen und Schülern vor Eintritt in eine Schulform Gelegenheit zu geben, Deutsch zu lernen. Die Klassen bestehen aus maximal 16 Schülerinnen und Schülern.

 

(Unsere Intensivklassen 2020/21 unter Corona-Bedingungen)

Woher kommen die Schülerinnen und Schüler der Intensivklasse?

Die Schülerinnen und Schüler der Deutsch-Intensivklassen kommen aus verschiedenen Sprach- und Kulturräumen. Während in den letzten Jahren viele Schüler aus dem englisch- und spanischsprachigen Raum stammten, kamen in den vergangenen Schuljahren überwiegend Schülerinnen und Schüler aus Eritrea, Syrien, Afghanistan, Iran und dem Irak. Die Schülerinnen und Schüler aus diesen Ländern mussten wegen kriegsähnlicher Zustände ihr Land verlassen. Einige kommen ohne Begleitung der Eltern und leben hier in betreuten Wohngruppen oder bei Verwandten.
Da die Kinder in den meisten Fällen ihr Land nicht freiwillig verlassen haben, und mit vielen neuen Situationen konfrontiert werden, ist die Bereitschaft die deutsche Sprache zu erlernen und sich in das schulische Leben zu integrieren sehr unterschiedlich. Zu den Lernvoraussetzungen gehören die schulischen Erfahrungen im Herkunftsland, die Kenntnisse einer Fremdsprache, die Bereitschaft sich freiwillig auf eine neue Sprache und eine neue Lebenssituation einzulassen. Eine positive familiäre Situation ist für den Schülerinnen und Schüler eine wichtige Lernvoraussetzung. Das Alter der Kinder in der Intensivklasse schwankt zwischen 10 und 16 Jahren. Erfahrungsgemäß brauchen die jüngeren Kinder am Anfang intensivere Betreuung und Zuwendung, dafür verläuft die Integration in die Regelklasse schneller und unkomplizierter als bei den älteren Schülern.

Wie funktioniert eine Intensivklasse?

Die Schülerinnen und Schüler kommen in der Regel ohne Kenntnisse der deutschen Sprache zu uns, lernen hauptsächlich Deutsch und gewinnen neben Sport erste Einblicke in Hauptfächer wie Englisch und Mathematik. Damit lernen sie frühzeitig das deutsche Schulsystem kennen und gewinnen Freunde in ihren zukünftigen Klassen. Der Aufenthalt in der Intensivklasse dauert in der Regel ein Jahr, kann jedoch aufgrund eines Klassenkonferenzbeschlusses verkürzt oder verlängert werden.

Wie lernen die Schülerinnen und Schüler?

Die Kinder lernen sich sprachlich in Alltagssituationen zurecht zu finden, wie zum Beispiel sich in der Stadt zu orientieren, nach dem Weg zu fragen, Stundenpläne zu lesen und sich mit anderen zu verabreden. Dabei lernen die Kinder ganzheitlich mit allen Sinnen: Hören, Fühlen, Sehen, Schmecken und Riechen. Das Gelernte kann direkt in aktiven Handlungen wie Spiele, Dialoge und in Situationen außerhalb der Schule eingesetzt werden.
Außerschulische Lernorte sind für die Schülerinnen und Schüler besonders interessant und motivierend, da sie zum einen ihren (kulturellen und geografischen) Horizont erweitern und zum anderen Möglichkeiten zu verschiedenen Selbsterfahrungen bieten.

Welche Ziele hat die Intensivklasse?

Das Ziel des Unterrichts ist die sprachliche Integration in den Alltagsbereich, in den schulischen Bereich der jeweiligen Intensivklassen und später in den schulischen Bereich der Regelklasse. Die soziale Integration beinhaltet die Integration in die Klassengemeinschaft der Intensivklasse, in die Regelklasse und in die Schulgemeinschaft. Die Integration in die Schulgemeinschaft erfolgt durch die Teilnahme an AGs, an Wettbewerben, an Vorlese- und musikalischen Veranstaltungen wie z.B. dem Weihnachtsmarkt.

Wie sehen die Räumlichkeiten im Bereich der Intensivklassen aus?

Die Intensivklasse ist in der Anfangsphase eine wichtige Einrichtung, die den Kindern einen Schutzraum und Möglichkeiten zur Stabilisierung bietet. Die beiden Klassenräume der Intensivklassen sind groß und hell, mit umfangreichen Arbeitsmaterialen und technischem Equipment wie Beamer, Dokumentenkamera und CD-Player ausgestattet, sodass gute Lernbedingungen für die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler gegeben sind.
Zudem gibt es einen Materialraum für den IK-Bereich, der bspw. mit DaZ-Lehrwerken, Lektüren, Wörterbüchern, Spielen sowie Plakaten ausgestattet ist.
Zusätzlich gibt es ein Willkommenszimmer, in dem bspw. die Aufnahmegespräche geführt werden.

Wer gehört zum IK-Fachbereich/DaZ-Team an der Schule am Mainbogen?

Das IK-/DaZ-Team besteht im Kern aus diesen drei DaZ-Lehrerinnen:

Andrea Köneke-Schrader
IK-Fachbereichsleiterin, Schulbeauftrage/Prüferin Deutsches Sprachdiplom (DSD1), Lehrerin für die Fächer DaZ, Deutsch und Religion/Ethik
Julijana Zirkovic
Klassenlehrerin IK 1, Prüferin Deutsches Sprachdiplom (DSD1), Lehrerin für die Fächer DaZ und Deutsch

Elena Sivinova
Klassenlehrerin IK 2, Prüferin Deutsches Sprachdiplom (DSD1), Lehrerin für die Fächer DaZ und Deutsch

Zum erweiterten IK-/DaZ-Team gehören zudem die Fachlehrerin Frau Antonia Maul (Mathe) sowie die Fachlehrer Herr Marco Deutsch (Englisch) und Herr Zejlko Sokcevic (Sport).
Der IK-/DaZ-Fachbereich steht außerdem über die IK-Fachbereichsleitung in regelmäßigem Austausch mit der Schulleiterin Frau Christine Georg. 

Wie gestaltet sich die Aufnahme in die Intensivklassen?

Das Aufnahmegespräch

Die Aufnahme der Schülerinnen und Schüler in die Intensivklassen erfolgt in Anwesenheit der Eltern/Erziehungsberechtigten und der Schülerinnen und Schüler und wird von der IK-Fachbereichsleiterin Frau Andrea Köneke-Schrader organisiert. Das Aufnahmegespräch findet in dem eigens dafür eingerichteten Willkommenszimmer in der Holzmodulanlage statt.
Im Rahmen des Gespräches werden mithilfe eines Info-Fragebogens die Grundinformationen über den /die Schüler/Schülerin und dessen/deren Familie gesammelt, wie z.B. Informationen über die aktuelle Aufenthaltsdauer in Deutschland, die National- und Sprachzugehörigkeit, den familiären Hintergrund, die schulische Vorerfahrung und die individuellen Eigenschaften und Motivation.

Informationsmaterialien zur Schulaufnahme

Im Rahmen der Schulaufnahme erhalten die Eltern bzw. Betreuer grundlegende Informationen zu unserer Schule in verschiedenen Sprachen; u.a. in Englisch, Türkisch, Arabisch, Französisch, Italienisch, Bulgarisch, Russisch und Spanisch. Folgende Unterlagen werden in diesem Zusammenhang ausgehändigt:
– Unser Willkommensbrief
– Die Schulordnung
– Informationen über den Trainingsraum
– Einverständnis zum Fotografieren
– etc.

Sprachlicher Einstufungstest und Einteilung in die passende Intensivklassn

Da grundsätzlich zu Schuljahresbeginn nicht absehbar ist, wie viele Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger, welcher Altersstufe, mit welchen Deutschkenntnissen wann eintreffen, versuchen wir, so flexibel wie möglich zu reagieren.
Unser persönliches und fachliches Anliegen ist es, die individuellen Voraussetzungen und Sprachkenntnisse eines/einer jeden Schülers/Schülerin so gut wie möglich zu berücksichtigen, um eine möglichst passende Zuordnung zu den, nach Sprachniveau differenzierten, Intensivklassen vorzunehmen. Schülerinnen und Schüler, die bei Aufnahme offensichtlich über keine bzw. nur sehr geringe Deutschkenntnisse verfügen, werden in die IK 1 eingeteilt. Im Hinblick auf Schülerinnen und Schüler, die bereits über vorhandene Deutschkenntnissen verfügen, wird eine detailliertere Sprachstandserhebung durchgeführt. Die Einstufung der jeweiligen Deutschkenntnisse unserer neuen Schülerinnen und Schüler erfolgt dabei mit Hilfe eines standardisierten Einstufungstest nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GeR). Als ergänzendes Diagnose-Instrument zur Einschätzung der Sprachkenntnisse und auf den aktuellen Sprachstand abgestimmte Sprachförderung wird hier ggfs. zusätzlich auch das Verfahren der Profilanalyse nach W. Grießhaber angewendet, das sich auch auf mündliche Sprachäußerungen der Schülerinnen und Schüler beziehen lässt.
Der Sprachtest zur Einteilung in die passende Intensivklasse erfolgt individuell oder ggfs. in einer sehr kleinen Gruppe wenige Tage nach der Schulaufnahme. Die Terminvereinbarung für den Test erfolgt im Rahmen des Aufnahmegespräches.
Das DaZ-Team wertet den Sprachtest sehr zeitnah (i.d.R. in 1-2 Tagen) aus und nimmt die Einteilung in die passende Intensivklasse vor. Das Testergebnis und die Klassenzuordnung wird dann mit dem/der jeweiligen Schüler/Schülerin in einem persönlichen Gespräch besprochen.

Es gibt mehrere Intensivklassen: Ist ein Wechsel zwischen den Intensivklassen möglich?

Sprachentwicklung ist immer als Prozess zu sehen. Da Sprache und Sprachkenntnisse eben nicht starr sind, sondern sich aus verschiedenen Gründen sehr unterschiedlich entwickeln, wollen wir als DaZ-Fachbereich auch das Konzept unserer Klassenzuordnung durchlässig gestalten und sinnvolle Übergänge zwischen den leistungsdifferenzierten Klassen ermöglichen. Die Klassenzusammensetzung in den Intensivklassen verändert sich aufgrund von neuen Schülerinnen und Schülern sowie Übergängen in die Regelklasse auch während des Schuljahres häufiger, deshalb versuchen wir im Hinblick auf einen Wechsel zwischen den Intensivklassen die jeweiligen Vor- und Nachteile für die einzelnen Schülerinnen und Schüler sowie die Klassengemeinschaft genau abzuwägen. Zu diesem Zweck finden im Fachbereich IK/DaZ regelmäßig vor den Ferien klassenübergreifende Evaluationskonferenzen statt, in denen der Sprachstand sowie die individuelle Lern- und Sprachentwicklung der einzelnen Schülerinnen und Schüler besprochen und mögliche Klassenumsetzungen beschlossen werden. Der Klassenwechsel erfolgt nach einem individuellen Entwicklungsgespräch mit dem/der jeweiligen Schüler/in i.d.R. nach den Ferien, sodass die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, sich während der Ferien auf den Klassenwechsel vorzubereiten und ggfs. Lernstoff nachzuholen. Da insbesondere zum Halbjahr und zum Schuljahresende Schülerinnen und Schüler von der Intensivklasse in die Regelklasse wechseln und damit ohnehin Änderungen in den Intensivklassen einhergehen, soll besonders dieser Zeitpunkt für einen Klassenwechsel innerhalb des Intensivklassen-Bereichs genutzt werden. Ein Wechsel nach den Herbst- oder Osterferien ist aber auch möglich, wenn dies von den DaZ-Fachlehrerinnen als sinnvoll erachtet wird.
Die Möglichkeit eines Klassenwechsels innerhalb des Intensivklassen-Bereiches soll neben einer individuelleren Sprachförderung, auch die Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler fördern und wesentliche Lern- und Leistungsanreize schaffen.

Wie gestaltet sich der Übergang von der Intensivklasse in die Regelklasse?

Der Übergang in die Regelklasse erfolgt gewöhnlich nach einem Jahr, kann aber je nach Sprachentwicklung und Leistungsstand des/der einzelnen Schülerinnen und Schüler früher oder später stattfinden. Wie auch im Hinblick auf einen möglichen Wechsel innerhalb des Intensivklassen-Bereichs, schauen sich die Lehrerinnen und Lehrer die individuelle Entwicklung der Schülerinnen und Schüler genau an. In den regelmäßig stattfindenden Evaluationskonferenzen tauscht sich das DaZ-Team über den jeweiligen Sprach- und Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler aus. Auf Basis verschiedener Lernerfolgskontrollen, weiterer standardisierter Sprachtests, persönlicher Feedback-Gespräche mit den Schülerinnen und Schüler und den Eindrücken aus dem Unterricht berät sich das DaZ-Team hinsichtlich des Übergangs von der Intensivklasse in die Regelklasse und trifft diesbezüglich die Entscheidungen. In diesem Zusammenhang sind auch immer die aktuell geltenden, gesetzlichen Bestimmungen zu beachten und zu berücksichtigen.
Im Allgemeinen ist festzuhalten, dass sich in Orientierung an den Schuljahresverlauf das Ende des 1. Halbjahres und das Schuljahresende als besonders sinnvolle Zeitpunkte für den Wechsel in die Regelklasse anbieten. Es besteht auch die Möglichkeit, die Schülerinnen und Schüler in einzelnen Fächern je nach individueller Eignung bereits früher stundenweise am Regelunterricht teilnehmen zu lassen.

Unterrichtsgestaltung in den Intensivklassen und im DaZ-Förderunterricht an der Schule am Mainbogen

Allgemeine Unterrichtsgestaltung in den Intensivklassen

Stundenverteilung in den Intensivklassen

Die Schülerinnen und Schüler haben insgesamt 30 Unterrichtstunden, hauptsächlich DaZ-Unterricht sowie Mathe, Englisch und Sport. Außerdem ist für jede Intensivklasse eine Doppelbesetzung von zwei DaZ-Fachlehrerinnen im Umfang von je 4 Unterrichtsstunden ab dem Schuljahr 2021/22 geplant.

Übersicht der aktuellen Stundenverteilung in IK1 und IK2:

Fach

IK 1

IK 2

Deutsch als Zweitsprache (DaZ)

22 Wochenstunden

(geplant: 4 Wochenstunden in Doppelbesetzung)

22 Wochenstunden

(geplant: 4 Wochenstunden in Doppelbesetzung)

Englisch

3 Wochenstunden

3 Wochenstunden

Mathe

3 Wochenstunden

3 Wochenstunden

Sport

2 Wochenstunden

2 Wochenstunden

 

Insgesamt

 

30 + 4 Wochenstunden

 

30 + 4 Wochenstunden

Allgemeine Unterrichtsinhalte, Lehrwerke, Unterrichtsmaterial und Lernerfolgskontrollen in den Intensivklassen

Der Unterricht in den Intensivklassen hat als Grundlage den Rahmenplan für ‘Deutsch als Fremdsprache’.
Im ersten Schulhalbjahr erhalten die Lerner grundlegende Kenntnisse der deutschen Sprache, die eine aktive Teilnahme an Kommunikationssituationen des Alltags ermöglicht.
Im zweiten Halbjahr werden altersspezifische sprachliche Kompetenzen aufgebaut, die für Kommunikationssituationen im Unterricht bzw. im Alltag relevant sind.
Im Hinblick auf unsere Schülerschaft und in Orientierung an die Lernziele haben wir uns an der Schule am Mainbogen im Rahmen einer Lehrwerkanalyse für das Lehrwerk „PrimaPlus. Deutsch für Jugendliche“ vom Cornelsen-Verlag entschieden. Jeder/jede Schüler/in erhält, seinem/ihrem Sprachniveau entsprechend, sowohl ein Schüler- als auch ein Arbeitsbuch als Leihgabe von der Schule. Das Lehrwerk bildet die Grundlage für den DaZ-Unterricht, wird dabei aber durch entsprechende Materialien anderer Lehrwerke oder weiterer DaZ-Materialien ergänzt. 
In regelmäßigen Abständen werden Lernzielkontrollen (LEK) geschrieben, die benotet werden. Die Lernzielkontrollen orientieren sich dabei an den Standards der jeweiligen Sprachniveaus nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GeR) und sollen auch auf die Anforderungen der Regelklassen vorbereiten.

Die Inhalte der Lernziel-Kontrollen können dabei folgende Schwerpunkte beinhalten:

  • Wortschatzüberprüfung
  • Grammatik (auch in Anwendung bzw. im Rahmen realer Sprechsituationen)
  • Hörverstehen
  • Textverständnis (so wie in Prima in Lektionen vorgeschlagen, später soll es mit der Beantwortung von Fragen zu den Texten verknüpft werden)
  • Textproduktion (vom Beginn eines Kurses an, mit kleinen Textproduktionen beginnend, z.B. sich vorstellen bis hin zu immer offeneren Fragestellungen und Aufgaben)
  • Mündliche Kurz-Vorträge, Gesprächssimulationen/ Dialoge

Im Allgemeinen sollen die Lernzielkontrollen eine Vergleichbarkeit bzw. eine möglichst objektive Einschätzung der Leistungen aller Schülerinnen und Schüler ermöglichen.
Im Laufe des Schuljahres, i.d.R. gegen Ende des 1. Halbjahres, werden in Form eines standardisierten Sprachtest, Paralleltests in den jeweiligen Intensivklassen geschrieben, um einen genauen Überblick über das Leistungsniveau der verschiedenen Lerngruppen zu erhalten. Diese Ergebnisse werden auch im Rahmen der bereits erwähnten Evaluationskonferenzen, in denen sich der IK-Fachbereich über mögliche Klassenwechsel berät, miteinbezogen. Zusätzlich werden die Test-Ergebnisse mit den vorhandenen Test-Ergebnissen der standardisierten Sprachtests zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Intensivklasse verglichen. Dadurch wird eine weitere Rückmeldung zu der individuellen Sprachentwicklung der jeweiligen Schülerinnen und Schüler ermöglicht, welche wiederum bei der weiteren Unterrichtsgestaltung berücksichtigt wird.

DaZ-Doppelbesetzung als besondere Fördermaßnahme in der Intensivklasse:

Im Rahmen des DaZ-Konzepts für den Intensivklassen-Bereich ist für jede Intensivklasse eine Doppelbesetzung von zwei DaZ-Fachlehrerinnen im Umfang von je 4 Unterrichtsstunden geplant.
Diese Doppelbesetzung ist als besondere Sprach- und/oder Lernförderung gedacht, in der Schülerinnen und Schüler in Kleinstgruppen oder mitunter auch im Einzelcoaching gezielt und individuell unter einer bestimmten Schwerpunktsetzung gefördert werden. Die Schwerpunktsetzung kann dabei sehr unterschiedlich aussehen und bspw. personen-, kompetenz-, situations- und/oder themenorientiert gestaltet werden und variieren. So können durch diese Maßnahme bspw. in einer Woche sehr schwache Schülerinnen und Schüler und in der nächsten Woche sehr starke Schülerinnen und Schüler speziell gefördert werden, es können besondere Sprech- oder Schreibtrainings umgesetzt werden, der letzte Test nachgearbeitet oder der Wechsel in die leistungsstärkere IK-Klasse vorbereitet werden – die Möglichkeiten sind hier vielfältig. Das DaZ-Team ist in regelmäßigem Austausch darüber, welche Schülerinnen und Schüler unter welcher Schwerpunktsetzung in welchen Unterrichtsstunden gefördert werden.  

DaZ-Förderstunden / DaZ-Förderunterricht in den Regelklassen: Organisation und Schwerpunktsetzung

Auch nach dem Übergang von der Intensivklasse in die Regelklasse erhalten die Schülerinnen und Schüler durch sich anschließende DaZ-Fördermaßnahmen weitere Unterstützung in ihrer sprachlichen Entwicklung. Je nach Stundenplankapazität finden in der Aufbau- und Integrationsstufe der Regelklasse wöchentlich 2 bis 4 Stunden DaZ-Förderunterricht für statt. Die Gruppen werden dazu klassen- und ggfs. auch jahrgangsübergreifend zusammengestellt. Der Unterricht findet parallel oder zusätzlich zum Regelunterricht statt.
So findet in den Jahrgangsstufen 5 und 6 die DaZ-Nachförderung als Zusatzangebot statt. In den Jahrgangsstufen 7 bis 10 findet im Rahmen der DaZ-Förderung ein verpflichtender vierstündiger WP1-Kurs statt, an dem die Schülerinnen und Schüler nach dem Wechsel in die Regelklasse für ein Jahr verpflichtend teilnehmen müssen.

Insgesamt haben wir in der Schule am Mainbogen jedes Jahr zwischen 20 – 30 Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Regelklassen, die aus den beiden Intensivklassen kommen und anschließend noch ein bis zwei Jahre Förderunterricht erhalten.
Inhaltlich liegt der Fokus im Rahmen des DaZ-Förderunterrichts insb. auf der sprachsensiblen Vor- und Nachbereitung des Regelunterrichtes. Dabei stehen bspw. eine intensive (fachspezifische) Wortschatzarbeit, die Förderung eines besseren Textverständnisses sowie textanalytischer Fähigkeiten, die Förderung eines tieferen Grammatik-/ Syntaxverständnis oder verschiedene Methoden des Lese- und/oder Sprechtraining im Zentrum.
Zudem erfolgt im Zusammenhang mit der DaZ-Nachförderung die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf das Deutsche Sprachdiplom (DSD1). Der unterrichtspraktische Schwerpunkt orientiert sich dabei v.a.  an dem spezifischen Format der DSD-Prüfung. Themen wie bspw. die sinnvolle Gestaltung eines mündlichen Vortrages, eine vortragsunterstützende und adressatenfreundliche Plakaterstellung und die gelungene Textproduktion eines Leserbriefs spielen hier eine grundlegende Rolle.

Informationen zum Deutschen Sprachdiplom für Seiteneinsteigerinnen und -einsteiger (DSD1) und Umsetzung an der Schule am Mainbogen

Mit den Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom werden Kenntnisse der deutschen Sprache nachgewiesen. Die Prüfungen orientieren sich an den Kompetenzstufen des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GeR) und an innerdeutschen schulischen Standards für moderne Fremdsprachen. Insgesamt umfassen die DSD-Prüfungen vier gleich gewichtete Teile zu den folgenden Kompetenzbereichen:

  • Leseverstehen
  • Hörverstehen
  • Schriftliche Kommunikation
  • Mündliche Kommunikation.

Das Zielniveau der Prüfungen zum deutschen Sprachdiplom ist die Niveaustufe B1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens (GeR) und ist somit auf der Stufe von der elementaren hin zur selbstständigen Sprachverwendung angesiedelt.

Das DSD – Niveaustufe B1 gilt als Nachweis der Deutschkenntnisse, der ermöglichen soll, die Regelschulfähigkeit der aus dem Ausland zugewanderten Kinder, festzustellen und so ihre Chancen für einen Übergang zum Arbeitsmarkt optimieren soll. Weiterhin können Kinder, die nach einem Aufenthalt in Deutschland in ihr Heimatland zurückkehren, das Zertifikat ablegen, um einen Nachweis über die erworbenen Deutschkenntnisse zu haben.

Das DSD – Niveaustufe B1 stellt außerdem ein Instrument dar, welches zur Qualitätssicherung des DaZ/DaF – Unterrichts beitragen soll.
Das Deutsche Sprachdiplom der KMK – Niveaustufe B1 richtet sich v.a. an Jugendliche ausländischer Herkunft an hessischen Schulen im Alter von 14 bis 16 Jahren, die ihre allgemeinsprachlichen Deutschkenntnisse nachweisen möchten. Die Lernenden sollten für die Prüfung an ca. 600 Unterrichtseinheiten teilgenommen haben.

Die Schule am Mainbogen war bereits im Schuljahr 2014/15 Teilnehmerschule der III. DSD-Pilotphase und nimmt seitdem jährlich an den Prüfungen des Deutschen Sprachdiploms (DSD I) an hessischen Schulen teil. 
Die Termine zur Zertifizierung finden jährlich im Frühjahr statt. Es gibt einen zentralen Termin für den schriftlichen Prüfungsteil sowie einen weiteren Zeitraum, in dem die mündlichen Prüfungen stattfinden. Der DaZ-Fachbereich legt, je nach Anzahl der Prüfungen, per Konferenzbeschluss und in Abstimmung mit der Schulleitung die Termine für die mündlichen Prüfungen innerhalb dieses vorgegeben Prüfungszeitraumes fest.
Die DSD-Prüfungsergebnisse der Schülerinnen und Schüler liegen gegen Ende des Schuljahres vor. Die Deutschen Sprachdiplome werden den erfolgreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern abschließend vom IK-Fachbereich und der Schulleiterin Frau Georg übergeben.

Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht über die einzelnen Prüfungsteile zum Deutschen Sprachdiplom (DSD 1):

Übersicht schriftlicher Prüfungsteil

Kompetenzbereich

Schwerpunkt

Dauer

Leseverstehen

  • Aufgaben zum Textverständnis

 

60 Minuten
+ 10 Minuten für die Übertragung der Lösungen

Hörverstehen

  • Aufgaben zum Hörverständnis/ Audio-Dateien

 

30 Minuten
+ 10 Minuten für die Übertragung der Lösungen

Schriftliche
Kommunikation

  • einen Leserbrief oder einen Artikel für eine Schüler-/Jugendzeitschrift oder ein Internetforum schreiben
  • Minuten

 

 

  • Übersicht mündlicher Prüfungsteil

Kompetenzbereich

Schwerpunkt                     

Dauer

Mündliche
Kommunikation

  • Teil 1: Fragen zu Alltagssituationen beantworten
  • Teil 2: einen zusammenhängenden monologischen Vortrag halten und auf das Präsentationsthema bezogene Fragen beantworten

ca. 15 Minuten, keine Vorbereitungszeit

 

Exemplarisch: DSD- Zertifikatsübergabe nach erfolgreicher Prüfung

Ein allgemeiner Einblick: Förderung von überfachlichen Kompetenzen und Methoden im DaZ-Unterricht

Durch den DaZ-Unterricht werden nicht nur fachliche Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler gefördert, sondern auch überfachliche Kompetenzen. Dabei geht es um ein Zusammenwirken von Fähigkeiten und Fertigkeiten, personalen und sozialen Dispositionen sowie Einstellungen und Haltungen. Mit Blick auf die überfachlichen Kompetenzen wird zwischen vier zentralen Bereichen unterschieden:

1. Personale Kompetenz:

  • Selbstwahrnehmung (die Schülerinnen und Schüler nehmen ihre Interessen und Gefühle wahr und schätzen ihre Stärken und Schwächen realistisch ein)
  • Selbstkonzept (sie formulieren ihre eigene Meinung und vertreten ihre Interessen)
  • Selbstregulierung (sie formulieren ihre Wünsche und Bedürfnisse, respektieren aber dabei die Wünsche anderer; sie reflektieren ihre Lernprozesse und Ergebnisse).

2. Sozialkompetenz:

  • Soziale Wahrnehmungsfähigkeit
  • Rücksichtnahme und Solidarität
  • Kooperation und Teamfähigkeit
  • Umgang mit Konflikten
  • Gesellschaftliche Verantwortung
  • Interkulturelle Verständigung

http://www.seminare-bw.de/site/pbs-bw/get/documents/KULTUS.Dachmandant/KULTUS/Seminare/seminar-esslingen-gym/jpg/sem-ess-dafbild.jpg

Der Einsatz erlebnispädagogischer Elemente und Spiele fördern und stärken insbesondere die einzelnen Teilfähigkeiten der Sozialkompetenz. Viele Schüler haben bisher nur wenige oder gar keine Erfahrungen mit Teamarbeit, Klassengemeinschaft und gewaltfreie Konfliktlösung gemacht, da ihre bisherige schulische Sozialisation diese Themen nicht integriert hat. Eigenständiges Denken, Selbst- und Fremdreflexion sowie die Förderung der Problemlösungskompetenz können durch gezielte Kommunikations- und Kooperationsübungen trainiert werden.

Exemplarisch: Übung „Zweibeiniger Stuhlkreis“ in einer IK-Klasse

3. Lernkompetenz:

  • Problemlösekompetenz (die Lernenden bearbeiten die Fragestellungen und kommen dabei zu sachgerechten Lösungen)
  • Arbeitskompetenz (die Strategien zur Lösung von Aufgaben werden genutzt, Arbeitsmethoden ausgewählt und angewendet)
  • Medienkompetenz(die Lernenden nutzen unterschiedliche Medien gestalterisch und technisch)

4. Sprachkompetenz:

  • Lesekompetenz (die Lernenden setzen sich mit verschiedenen Texten auseinander; sie entnehmen Informationen aus unterschiedlichen Text-/Medienformen und verstehen sie im jeweiligen Kontext)
  • Schreibkompetenz (die Lernenden verfassen eigene Texte sach- und adressatengerecht unter Berücksichtigung elementarer Schreibnormen)
  • Kommunikationskompetenz (die Lernenden hören anderen aufmerksam zu, drücken sich in Kommunikationssituationen verständlich aus und beteiligen sich konstruktiv an Gesprächen. Sie nehmen an Kommunikations- und Interaktionsprozessen teil).
  • Kompetenzbereiche:

Sprechen und Zuhören

Mündlichkeit

Schreiben

Schriftlichkeit

Lesen und Rezipieren—mit literarischen und nichtliterarischen Texten/ Medien umgehen
Sprache und Sprachgebrauch untersuchen und reflektieren

Mündlichkeit und Schriftlichkeit

Sprache als Ordnung und System

Um folgende Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler fördern zu können, werden im Unterricht verschiedene Methoden eingesetzt. Die Methoden im DaZ-Unterricht lehnen sich an die Methoden an, die im regulären Deutsch- und Fremdsprachenunterricht auch wichtig sind.
In den Intensivklassen steht im Vordergrund nicht nur leistungsdifferenzierter Regelunterricht (wo die Gesamtlerngruppe in zwei – drei Gruppen aufgrund der kognitiven Fähigkeiten und Leistungen der Schülerinnen und Schüler eingeteilt wird), sondern auch zusätzliche Sprachförderung sowie Leseförderung der Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf.
Im Unterricht werden vielseitige Methoden eingesetzt, z. B.:

  • schüleraktivierende Methoden wie Brainstorming, Cluster, Collage, Interview, Rezension, Reportage etc. Durch diese Methoden werden die Schülerinnen und Schüler aktiviert und motiviert, was zum positiven Bildungsprozess führt
  • drama-pädagogische Elemente (Dialoge, Rollenspiele, Standbilder, Situationen improvisieren etc.)
  • Gruppenarbeit
  • Arbeitskarteien
  • Gestaltendes Sprechen (Vorlesen, Vortragen, Rezitieren etc.)
  • Offene Unterrichtsmethoden (Wochenplan, Freiarbeit)
  • Moderation
  • Tafelarbeit (Arbeit an der Wandtafel)
  • Präsentationstechniken (Folien, Flipchart etc.)
  • Audio- visueller Medieneinsatz
  • spielerisches Lernen

Der sinnvolle Methodeneinsatz im DaZ-Unterricht hilft dabei die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Lernen zu schaffen, Unterricht kompetenzorientiert zu gestalten und alternative Formen des Lernens anzubieten. Dadurch entsteht natürlich die Möglichkeit die Schülerinnen und Schüler von den Intensivklassen schneller in den regulären Unterricht zu vermitteln.

Kooperationen und Partnerschaften im Bereich der Intensivklassen

Im Bereich der Intensivklassen bestehen zudem verschiedene Kooperationen mit außerschulischen Partnern. So findet im Rahmen des Projektes „Together Frankfurt“, das verschiedene Integrations- und Förderangebote für Schülerinnen und Schüler mit Flucht- und Migrationshintergrund in Frankfurter Schulklassen anbietet, bspw. die Zusammenarbeit mit dem LionsClub Frankfurt statt. Auch mit den Bildungspaten Fechenheim besteht an der Schule am Mainbogen bereits seit einigen Jahren eine feste Kooperation. Die mit dem Integrationspreis der Stadt Frankfurt ausgezeichnete Initiative betreut ehrenamtlich in so genannten Lern-Tandems, Kinder mit Deutsch-Förderbedarf und unterstützt sie beim Erlernen der deutschen Sprache. Nachdem die Eltern in die Förderung eingewilligt haben und ein Bildungspate gefunden ist, beginnt das Tandem mit der Zusammenarbeit. Gefördert wird das Kind, bis sich die Deutschkenntnisse deutlich verbessert haben – in der Regel ein Schuljahr lang. Bevor es zum Einsatz kommt, hospitieren neue Bildungspaten eine Stunde lang bei einem bewährten Tandem. Pate und Kind treffen sich einmal wöchentlich am Nachmittag in der Schule und mit einem anderen Tandem, damit kein Kind allein mit einem Erwachsenen bleibt. Sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Bildungspaten erleben die gemeinsame Zeit i.d.R. als sehr bereichernd. Neben diesen festen Kooperationen finden in den Intensivklassen vereinzelt auch verschiedene, weitere Projekte und Kooperationen statt.

Zusammenfassung und Ausblick: Evaluation, Fortbildungen und Weiterentwicklung

Wie dargestellt ist es uns im Fachbereich IK/DaZ ein grundlegendes Anliegen den individuellen Spracherwerb unserer Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu unterstützen, indem wir die jeweilige Sprachentwicklung eines/einer jeden Einzelnen genau beobachten, gemeinsam evaluieren und daraus angemessene und sprachförderliche Konsequenzen für den Unterricht ableiten.

Auch über die allgemeine, grundlegende Organisation der Intensivklassen und des DaZ-Förderbereiches befinden wir uns als Fachbereich im stetigen Austausch. So planen wir bspw. im kommenden Schuljahr besonderes Augenmerk auf die Auswertung der Intensivklassen in Bezug auf die Einteilung der Schülerinnen und Schüler nach Sprach-Niveaus zu setzen.
Zusätzlich zu unserer schulinternen Arbeit im Bereich DaZ/IK, beteiligen wir uns aktiv als IK-Fachbereich am Arbeitskreis DaZ des Staatlichen Schulamtes Frankfurt, in dem wir uns auch schulübergreifend zu Themen im Bereich der Intensivklassen und DaZ austauschen und daran weiterarbeiten.   

Außerdem nehmen wir zusammen mit der Schulleitung an der pädagogischen Werkstatt „Willkommen, Ankommen, Weiterkommen: Kulturelle Vielfalt an Schule gestalten“ der Deutschen Schulakademie teil, in der wir mit Fokus auf unsere interkulturelle Schülerschaft und im Rahmen einer noch stärkeren Schulentwicklung hin zu einer chancengerechten Schule wertvolle Anregungen erhalten.
Da in der Schule am Mainbogen die Sprach- und Deutschförderung in allen Fächern von großer Bedeutung ist, sind perspektivisch zudem auch Fortbildungen zum sprachsensiblen Fachunterricht für das Kollegium allgemein angedacht.

IV. Ausgewählte Impressionen zum Abschluss

  1. Exkursionen und Projekte

Exkursion nach Mainz im Rahmen des Projekts „Together-Frankfurt“:

Im Rahmen des Projekts von LIONS Club „Together-Frankfurt“ Integration jugendlicher Flüchtlinge, Schulseiteneinsteiger und InteA-Klassen hat die Klasse IK2 am 14. September 2016 einen Ausflug nach Mainz unternommen. Vom Römerberg, wo sich die Klasse um 8 Uhr sammelte, ging es zum Treffpunkt mit den Vertretern von LIONS Club, Frau Kircher und Herrn Krombach, am Eisernen Steg. Die Anreise nach Mainz erfolgte mit einem Schiff der Primus-Linie. Die abwechslungsreiche, ca. 3-stündige Fahrt führte auf dem Main entlang durch die westlichen Industriegebiete von Frankfurt, vorbei an Kelsterbach und Rüsselsheim (Opel-Werke), und durch insgesamt drei Schleusen und eine idyllische Flusslandschaft zur Mündung des Mains in den Rhein und dann direkt nach Mainz. Über den Fischtorplatz, Liebfrauenplatz und Dom mit Marktplatz ging die Klasse zum Gutenbergplatz zu Fuß, wo die Schülerinnen und Schüler ein leckeres Mittagessen im McDonald’s bekamen. Danach erfolgte ein Rundgang „Klassisches Mainz“ mit Abschluss im Gutenberg-Museum. Alles war sehr gut organisiert. Die interessante Stadt- und Museumsbesichtigung mit einer sehr guten Führung hat allen viel Spaß gemacht. Am Ende des Tages fand ein gemütlicher Bummel am Rhein entlang zum S-Bahnhof Mainz-Römisches Theater. Gegen 17.30 Uhr ist die Klasse in Frankfurt angekommen. Am nächsten Tag unterhielten wir uns in der Klasse darüber, wie uns der Ausflug gefallen hat. Die Schüler haben sich vieles gemerkt und mit Begeisterung von ihren Erlebnissen erzählt. Es wurden viele schöne Fotos gemacht.

Projekt „Alltagsbegleitung“:

Die IK1 und IK2 hatten im Schuljahr 2014/15 eine positive Erfahrung mit Studierenden der Goethe-Universität, die im Projekt „Alltagsbegleitung“ Schülerinnen und Schüler aus beiden Intensivklassen unterstützt haben. Im letzten Schuljahr hat erneut eine studentische „Alltagsbegleiterin“ Schülerinnen aus den Intensivklassen betreut. Die Pädagogikstudenten/-innen hospitieren im Unterricht und finden so ihren Schützling, den sie ein Jahr lang wöchentlich außerschulisch begleiten und unterstützen. Die Alltagsbegleitung erfolgte im Rahmen einer Modulveranstaltung, die universitär vor- und nachbegleitet wird.

„Schnupperpraktikum“:

In dem Zeitraum vom 26.10.2015 bis zum 30.10.2015 absolvierten bei SAMSON vier Schüler aus der IK2 ein Praktikum – drei Jungen als Industriemechaniker in der Ausbildungswerkstatt von SAMSON Aktiengesellschaft, Abt. Aus- und Weiterbildung, und ein Mädchen im Büro. 

„Patenschaftsprojekt“:

Im Schuljahr 2015/2016 fand das „Patenschaftsprojekt“ zwischen der Klasse 10b und der Klasse IK3 statt. Freiwillige Schülerinnen und Schüler haben hierbei Patenschaften für IK-Schüler übernommen und diese innerschulisch wie auch außerschulisch unterstützt. So halfen sie beispielsweise den Schülern sich in unserer Schule und im Stadtteil zurechtzufinden, Hausaufgaben sorgfältig zu erledigen, Kontakt zu Sportvereinen herzustellen, ins Gespräch mit Regelschülern zu kommen, sich auf Tests vorzubereiten und Anschluss an die innerschulischen AGs zu bekommen. In Freistunden haben die Paten die IK-Lehrkräfte tatkräftig unterstützt und auf spielerische Art sprachliche Strukturen wiederholt und trainiert. Die meisten Paten haben selbst einen Migrationshintergrund oder besuchten sogar selbst vor einigen Jahren die Intensivklasse, sodass sie sich besonders gut in die IK-Schüler hineinversetzen und deren Schwierigkeiten antizipieren konnten.

Besuch von den InteGREATern:

Kurz nach den Osterferien am 28.04.2016 kam der gemeinnützige Verein der InteGREATer unserer Einladung nach entsendete sechs junge engagierte Ehrenämtler, die sich mit den Schülern der Alphabetisierungs- und Intensivklasse beschäftigten. Sie erklärten in einfachen Worten und anschaulichen Grafiken unser Schul- und Bildungssystem und beantworteten sowohl fachliche als auch persönliche Fragen. Anschließend gingen sie in Kleingruppen den Fragen nach: „Was möchte ich später werden“ und „Was muss ich dafür tun?“. Die InteGREATER, die allesamt Wurzeln in anderen Ländern und Kulturen haben, zeigten echtes Interesse an unseren Schülern und nahmen deren oftmals großen Träume und Wünsche ernst. Die Schüler haben Aufmerksamkeit und Zuwendung von jungen erfolgreichen Erwachsenen mit Migrationshintergrund bekommen, die teilweise ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie einige von ihnen. Außerdem haben sie ihre persönlichen Wünsche, Ideen und Fragen so gut sie konnten auf Deutsch ausgedrückt. Daher war es auch eine tolle Möglichkeit auf Deutsch mit Nichtlehrern in einer authentischen Situation zu kommunizieren. Gerade unsere Schüler brauchen Vorbilder und Ansprechpartner, mit denen sie sich nicht nur identifizieren, sondern an denen sie sich auch orientieren und an die sie sich wenden können.

Besuch der Bundestagsabgeordneten Ulli Nissen, SPD in den Intensivklassen:

Am 4. Mai 2016 besuchte der Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen (SPD) die Schule am Mainbogen. Hier ein kleiner Einblick in seine Rede: „Die Schule am Mainbogen in Frankfurt-Fechenheim ist eine Integrierte Gesamtschule. 97 Prozent der Schülerschaft hat Migrationshintergrund, deshalb hat die Schule schon seit vielen Jahren Integrationsklassen eingerichtet, in denen neue Schülerinnen und Schüler schnell Deutsch lernen und in den Schulalltag integriert werden. Seit den gestiegenen Flüchtlingszahlen im letztem Jahr hat die Schule nun eine weitere Integrationsklasse eingerichtet und eine Alphabetisierungsklasse – für diejenigen Neuankömmlinge, die noch gar nicht schreiben können.

Hier wird tolle Arbeit geleistet – davon habe ich mich heute bei einem Besuch überzeugt. Im Gespräch mit der Schulleiterin Christine Georg habe ich jedoch auch verstanden, an welchen Stellen der Schuh noch ganz gewaltig drückt: Zum einen geht es um die längst überfällige Sanierung der Asbest belasteten Turnhalle – im Zuge einer Renovierung könnten hier auch weitere dringend notwendige Klassenzimmer entstehen. Zum anderen wäre ein weiterer Sozialarbeiter oder auch psychologische Betreuung wichtig. Ich halte es für sehr wichtig, dass wir gemeinsam mit der neuen Stadtregierung genauer als zuvor hinsehen, an welchen Schulen, welcher konkreter Bedarf herrscht. Wir müssen gerade "abgehängten Stadtteilen" helfen, wieder den Anschluss zu finden und die soziale Durchmischung mit allen Mitteln fördern, damit keine sozialen Brennpunkte entstehen!“

 

Ausflug in den Offenbacher Hochseilgarten:

Am 23.06.2016 machten IK3 und IK4 einen Ausflug in den Offenbacher Hochseilgarten. Mitorganisiert von und tatkräftig unterstützt durch das KUBI-Team konnten wir so den Schülerinnen und Schülern ein einmaliges Erlebnis ermöglichen. So überwanden die Jugendlichen ihre Ängste, wuchsen über sich hinaus und meisterten erfolgreich sämtliche Parcours in verschiedenen Höhen. Ging es einmal nicht weiter, unterstützten sie sich mit ermutigenden Zurufen wie „Du kannst das!“ oder „Hab keine Angst!“ und hilfreichen Tipps. Die parkinternen Trainer sorgten für die Sicherheit und wiesen die Schüler sehr anschaulich und geduldig in die Regeln und Vorkehrungen ein. Das schöne Wetter komplettierte diesen gelungen Tag.

Ausflug nach Frankfurt:

Hier macht die IK2 einen ca. fünf Stunden dauernden Ausflug nach Frankfurt. Die Klasse wurde durch sehenswerte Orte und Plätze Frankfurts geführt und dazu ausführlich informiert. Die Stadtbesichtigung begann am Römer und nachdem die Schüler die ersten Aufgabestellungen toll gelöst hatten, ging es in guter Laune weiter in die Paulskirche und den Dom. Eines der schönsten Erlebnisse war das Besteigen des Frankfurter Domturms. Der Ausflug endete am Museum für angewandte Kunst, wo sich alle auf dem Rasen im Park ausruhten. Dabei sollten die Schüler einige von der Klassenlehrerin ausgefertigte Arbeitsblätter bearbeiten (was sie auch fleißig gemacht haben) und sich dadurch Eindrücke und Kenntnisse tiefer einprägen. Danach gingen alle müde, jedoch zufrieden und in toller Stimmung nach Hause. Aus Fotos von Schülern und Lehrerinnen entstand eine kleine Impression über den Ausflug.

Koch-AG:
Viele IK-Schüler bekannten sich im Laufe des letzten Schuljahres zu ihrer Kochleidenschaft, sodass unser KUBI-Kollege Kai Söltner kurzerhand eine zusätzliche Koch-AG ins Leben rief, in der die IK-Schüler ihre traditionellen Lieblingsgerichte und auch Frankfurter Speisen zubereiten und essen konnten. Die kulinarische Vielfalt erklärt sich aufgrund der verschiedenen Schülerherkünfte ganz von selbst. Und das praktische Vokabellernen beispielsweise der Gemüse- und Obstsorten ist ebenso ein positiver Nebeneffekt wie die Anregung des Geschmacksinns. Die AG erfreute sich eines so großen Zuspruchs, dass sie auch in diesem Schuljahr weitergeführt wird.

„Wo kommst du eigentlich her?
Mit dieser Frage werden unsere IK-Schülerinnen und IK-Schülern tagtäglich außerschulisch und auch innerschulisch konfrontiert. Um die Neugierde der MitschülerInnen und LehrerInnen kreativ zu stillen, kreierten alle Intensivklassen ein dreidimensionales Weltplakat. Jeder Schüler beschriftete ein kleines selbstgebasteltes Fähnchen mit seinem Namen und steckte es auf der Weltkarte in seinen Heimatort. Da in vielen Ländern unterschiedliche Sprachen gesprochen werden, kam den SchülerInnen die Idee, Sprechblasen in ihrer Muttersprache mit folgenden Worten zu beschriften „Hallo“ und „Willkommen“. Damit wollten die Schüler ausdrücken, dass sie einen Schritt auf die anderen zugehen und sich auf einen Austausch freuen. Es stellte sich heraus, dass unsere IK-Schüler aus über 20 verschiedenen Nationen stammen. Diese kulturelle Vielfalt wollen wir nicht verstecken und stellten seitdem unsere Weltkarte, die stets aktualisiert wird, in einem Schaukasten aus.

Schulkinowochen
Im Rahmen den Schulkinowochen ergriffen wir die Gelegenheit, mit IK-Schülern deren Englischkenntnisse fortgeschritten sind, den gesellschafts-historischen Film „Selma“ in Originalvertonung (auf Englisch) anzuschauen. Dieser thematisiert die Geschehnisse im Zuge der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King jr. Die Schüler erarbeiteten vor dem Kinobesuch wichtige inhaltliche Aspekte und erhielten zudem verschiedene Beobachtungsaufträge für die Filmvorführung, denen sie sorgfältig nachkamen. Auch 9.te und 10. Realschulklassen nahmen an dem Unterrichtsgang teil, sodass ein reger Austausch zwischen den Schülern aller Klassen entstand, den besonders die IK-Schüler genossen. 

Sportsfun-Teamday

Am Donnerstag, dem 22. September 2016 veranstaltete die Schule am Mainbogen in Fechenheim den sogenannten Sportsfun-Teamday. Bei dem spätsommerlichen Sportevent wurde ein breites Sport- und Bewegungsprogramm angeboten. Das Ganze geschieht in Kooperation mit der Sportjugend Hessen und der Frankfurter Sparkasse.

Die Schülerinnen und Schüler der Schule am Mainbogen wurden an diesem Tag vor zahlreiche sportliche Herausforderungen gestellt. Dabei standen natürlich zunächst Spaß und Abenteuer im Vordergrund. Allerdings wurde durch die teils komplexen Teamaufgaben und Bewegungsprobleme das „Wir-Gefühl“ gestärkt und die Teilnehmer lernten, wie nebenbei, Herausforderungen und Konflikte gemeinsam zu lösen und zu bewältigen. Daher kommt auch die Pädagogik an diesem Tag nicht zu kurz! Die Schülerinnen und Schüler, die nach den Sommerferien aus den Intensivklassen in die Regelklassen gewechselt hatte, wurden an diesem Tag sehr gut in ihre neue Klasse integriert. Auch wurden den Schülerinnen und Schüler erste Erfahrungen in Trend-Sportarten wie Zumba, Slacklining oder Speed Stacking ermöglicht. Als Fläche stand dabei der gesamte Pausenhof der Schule am Mainbogen zur Verfügung.

Begonnen wurde der Sportsfun-Teamday mit einem von der gesamten Schulgemeinde eingeübtem Animationsprogramm. Um sich auf die sportlichen Aktivitäten freudig einzustimmen, führten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit der Lehrerschaft eine Tanz-Choreographie auf. Im Anschluss durchliefen einige Klassen die Teamstationen der Sportjugend Hessen, bei denen sie beispielsweise auf der Sporthallenwand, angeseilt, möglichst schnell eine bestimmte Strecke zurücklegen müssen. Anschließend konnten sie noch selbstständig wählen zwischen Stationen wie: Baseball-Court, Streetball, Soccer, PKW-Tauziehen, Kistenstapeln und vielem mehr. Für das leibliche Wohl stellte die Mensa ein gesundes Ernährungsangebot zur Verfügung. Die Siegerehrung fand dann gegen 13:00 Uhr auf dem Pausenhof statt.

 

  1. Berichterstattung, Fußballturnier und Integrationspreis

Nur gemeinsam sind wir stark

Sportjugend Hessen
24.09.2016 – Frankfurter Neue Presse

Gemeinsam eine sportliche Aufgabe meistern, sich als Gruppe überlegen, wie das am besten gelingt – das sollen Schüler beim Sportsfun Teamday der Sportjugend Hessen lernen. Vor allem aber sollen die zahlreichen Stationen Spaß machen

Ivica, Gökay, Dzenis und Haydar legen sich mächtig ins Zeug, um das Auto mit ihren Lehrern über den Schulhof zu ziehen.

lIvica, Gökay, Dzenis und Haydar legen sich mächtig ins Zeug, um das Auto mit ihren Lehrern über den Schulhof zu ziehen.

Fechenheim. 

Ivica (11), Gökay (12), Dzenis (11) und Haydar (11) legen sich mächtig ins Zeug. Mit aller Kraft ziehen sie an dem dicken Tau und bewegen den kleinen Opel Corsa, in dem zwei Lehrer sitzen, fast zehn Meter weit. Für die Fünftklässler der Schule am Mainbogen alles kein Problem, „das war doch einfach“, sagt Haydar mit unbewegter Miene. „Pull the Frog“ heißt die Station mit dem kleinen grünen Auto beim Sportsfun Teamday, den die Sportjugend Hessen an diesem Tag mit finanzieller Unterstützung der Frankfurter Sparkasse anbietet.

Zusammenhalt stärken
Den Teamgeist und die Kommunikation untereinander sollen die zwölf Team-Stationen stärken, erklärt Martin Weingart von der Sportjugend Hessen. „Deshalb haben wir auch die jüngeren Kinder ausgewählt zum mitmachen“, ergänzt Sportlehrer Mario Perez. Denn bei denen ist es besonders hilfreich, die Klassengemeinschaft mit derartigen Spielen zu stärken.
Dabei muss es nicht immer um sportliche Aufgaben gehen, die die ganze Klasse gemeinsam angeht. Beim Einradfahren etwa fahren zwei Mädchen im Kreis und halten sich dabei fest, so dass das Balancehalten leichter fällt. „Beim Tandemfahren haben sich ganz viele Jungs sofort auf das Rad gestürzt. Es gab fast eine Prügelei darum, wer als Erster fahren darf.“ Beim Tandemfahren müsse man sich auf den anderen Einlassen, müsse zusammenarbeiten – „etwas, das vielen der Kinder sonst schwerfällt“, sagt Weingart. Beim Tandemfahren habe das aber sehr gut funktioniert.
Die Zusammenarbeit der ganzen Klasse hingegen ist bei der Station „Giftiger Kelch“ gefragt. Gemeinsam müssen die Kinder dabei ein Wasserglas, das auf einer Plane steht, mitsamt der Plane über einen Hindernisparcours tragen, ohne etwas von dem Wasser – das Glas dürfen sie dabei nicht anfassen – zu verschütten. „Giftiger Kelch“ heißt die Station wegen der Geschichte dahinter: Die Kinder sind Abenteurer, die vom Häuptling der kriegerischen Schumoren freies Geleit durch ihr Gebiet erhalten, wenn sie einen Kelch mit giftigem Wasser schnellstens außer Landes bringen.
Dann geht es los, 15 Minuten haben die Kinder Zeit. Selcan, die Klassensprecherin der Klasse 6c, versammelt ihre Klasse um sich. „Wir müssen uns aufteilen, links und rechts, oben und unten“, sagt Amees. „Die vier Stärksten müssen an die Ecken der Plane“, schlägt Rengin vor. „Und alle müssen gleichzeitig anheben“, ergänzt Amees. „Dabei müssen wir Plane und Becher immer gleich hoch halten“, sagt Fernanda. Dann geht es schnell: Die Schüler gehen zur Plane, stellen sich um sie herum, greifen zu und heben sie vorsichtig hoch. Keine drei Minuten später haben sie den Parcours bereits absolviert, ohne Wasser verschüttet zu haben.

Sport auf dem Schulhof
Oft findet der Sportsfun Teamday auf Sportplätzen statt, etwa wenn die Schule selbst nur ein kleines Gelände hat. Bei der Schule am Mainbogen ist auf dem Schulhof Platz dafür. „Wir beziehen dabei auch Dinge ein, die wir vorfinden“. sagt Weingart. So seien Stationen wie der „Giftige Kelche“ jedes Mal etwas anders.
Neben den Mannschaftsstationen gebe es aber auch individuell zu absolvierende Stationen, aber auch solche mit Wettkampfcharakter, sagt Weingart. „So ist für jeden etwas dabei. Es gibt sogar eine Station Chill-Out-Area, weil viele Kinder es nicht kennen, bewusst für einige Minuten zu entspannen.“ Seit 16 Jahren bietet die Sportjugend Hessen den Sportsfun Teamday bereits an. Bis zu 13 Mal im Jahr ist das Team an hessischen Schulen unterwegs. Infos gibt es unter www.sportjugend-hessen.de im Internet.  (hau)

Intensivklassen und Fußball: Intensivklassen-Fußballturnier in Offenbach im Mai 2016

Wir sind die Sieger!
Organisation: Zejlko Sokcevic

Schülerinnen und Schüler der Offenbacher Intensivklassen traten am Freitag, 12. Mai, beim „3. Offenbacher Fairplay Fußballturnier für Intensivklassen“ in der Turnhalle der Bachschule gegeneinander an. Hessens Sozialminister Stefan Grüttner und die Schulleitung eröffneten das Turnier, an dem 9 Schulen mit 16 Teams teilnahmen.

Es galten besondere Regeln, die den Fairplay-Gedanken unterstreichen. So wurde nicht die Mannschaft mit den meisten Toren zum Sieger gekürt, sondern diejenige mit den meisten Fairness-Punkten. Als Ehrengäste haben neben dem Schuldezernenten Paul-Gerhard Weiß auch Jimmy Hartwig, Ex-OFC- und Nationalspieler und jetzt DFB-Integrationsbotschafter, Christine Kumpert (HFV) Kreisfußballwart Jörg Wagner als Zuschauer und Ehrengäste teilgenommen und als besondere Überraschung kamen sogar zwei Spieler des OFC, Marco Rapp und Stefano Maier, mit einer riesigen Überraschung, sie brachten für die drei Erstplatzierten und die gastgebende Mannschaft Freikarten für das OFC-Spiel gegen Hoffenheim mit.

Das Turnier fand in Kooperation mit dem Fair-Play-Forum Straßenfußball für Toleranz unter der Leitung von Markus Wehenkel statt. Am Turnier nahmen die Schillerschule, Ludwig-Dern-Schule, Mathildenschule, Geschwister-Scholl-Schule, Albert-Schweitzer-Schule, Edith-Stein-Schule, Ernst-Reuter-Schule, Heinrich-Kraft-Schule (Frankfurt) und die Bachschule teil. „Die Bachschule kann Integration“, so Schul- und Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß, „und das Engagement ist zu Recht mit dem DFB-Integrationspreis 2015 geadelt worden.“

Um Schülerinnen und Schülern mit einer Einwanderungsgeschichte die deutsche Sprache näher zu bringen und den Teamgeist an der Schule zu stärken, rollt fast immer der Ball. Die Schule bietet Fußball AGs an, in denen Mädchen und Jungen gemeinsam spielen, aktuell engagiert sie sich besonders für die Integration von Flüchtlingskindern und ist Teil der Initiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Nach dem Unterricht ist vor der AG – und das heißt eins: Fußball spielen. Wenn sich am späten Nachmittag die Schüler der Intensivklassen in der Sporthalle treffen, sind alle Sprachbarrieren schnell überwunden. Die AGs besuchen jeweils maximal 16 Schülerinnen und Schülern verschiedener Jahrgangsstufen, die seit höchstens einem Jahr in Deutschland leben. Sie sollen die deutsche Sprache möglichst schnell erlernen. Und das wirkt, denn die meisten Schüler schaffen es nach einem Jahr, in eine Regelklasse eingegliedert zu werden.

Der Wanderpokal ging im diesen Jahr über den Main an die Heinrich-Kraft-Schule Fechenheim, die als nicht-Offenbacher Gastschule eingeladen war. 

 

Heinrich-Kraft-Schule erhält 10.000 Euro für hervorragende Integrationsarbeit

DFB UND MERCEDES-BENZ VERLEIHEN 10. INTEGRATIONSPREIS

Im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund wurde am vergangenen Freitag zum zehnten Mal der Integrationspreis vergeben. Die Heinrich-Kraft-Schule wurde in der Kategorie „Schule“ mit 10.000 Euro auf dem 2. Platz ausgezeichnet. Die Vertreter der Schule bestehend aus den beiden Sportlehrern Zeljko Sokcevic und Christopher Loos sowie Schulleiterin Christine Georg nahmen stolz die die Auszeichnung stellvertretend für die Schulgemeinde entgegen.

DFB-Präsident Reinhard Grindel sagt: "Als große gesellschaftliche Bewegung kann der Fußball einen Beitrag leisten, eine der größten gesellschaftlichen Aufgaben zu meistern und eine große Chance für Deutschland mitzugestalten: die Migration. Unsere Relevanz nutzen wir in vielfältiger Weise. Der Integrationspreis ist dafür ein leuchtendes Beispiel. Mit dem Preis zeichnen wir seit nun einer Dekade diejenigen aus, die sich für das Miteinander im Fußball starkmachen, ob im Verein, in der Schule oder in Projekten freier oder kommunaler Träger. Mehr als 1,75 Millionen Euro in Sach- und Geldpreisen wurden an die Basis ausgeschüttet."

30 Sieger wurden in zehn Jahren geehrt

Seit 2007 verleihen der DFB und Mercedes-Benz gemeinsam den renommierten Sozialpreis, um Solidarität, Respekt und den interkulturellen Austausch zu fördern – und den Menschen eine große Bühne zu bereiten, die sich engagiert dafür einsetzen. "Mit dem Integrationspreis stärken wir seit zehn Jahren die Vielfalt im Sport und in unserer Gesellschaft", sagt Dr. Jens Thiemer, Vice President Marketing Mercedes Benz Cars: "Denn Fußball verbindet: Auf dem Platz ist es egal, wo man herkommt oder woran man glaubt. Perfekt wird ein Team erst durch verschiedene Spieler mit unterschiedlichen Erfahrungen und Fähigkeiten, kurz: durch Vielfalt. Das ist bei Mercedes-Benz nicht anders."

Der Integrationspreis zeichnet vorbildliche Vereins-, Schul- und Projektarbeit aus. Fast 2000 Bewerbungen sind in den vergangenen zehn Jahren eingegangen, 30 Sieger wurden geehrt. Jedes Jahr gewannen die Erstplatzierten jeder Kategorie einen Mercedes-Benz Vito. Die beiden Zweitplatzierten erhielten ein Preisgeld, seit dem letzten Jahr jeweils in Höhe von 10.000 Euro.

Die Heinrich-Kraft-Schule liegt im Frankfurter Stadtteil Fechenheim. Zurzeit werden an der Schule rund 500 Schülerinnen und Schüler unterrichtet; die Schule hat drei Intensivklassen, in denen zugewanderte Schülerinnen und Schüler erst einmal ein Jahr intensiv die deutsche Sprache erlernen können.

Einige Aktionen im Bereich Fußball und Integration: Seit über 20 Jahren gibt es das jährliche Fußballturnier, in dem die Jahrgangssieger zum Sieg kämpfen. Die Sieger spielen dann gegen die Lehrermannschaft. Am Nachmittag werden diverse Fußball- und Futsal-AGs angeboten. Qualität wird dabei groß geschrieben. Die Schülerinnen und Schüler der Fitnessklassen schauen sich die Trainings der Frankfurter Eintracht an und gehen dann in die Diskussion mit Alex Meier und Co. Der FSV kooperiert seit Jahren mit der Berufsmesse mit der Schule. Seit Beginn des Jahres hat die Heinrich-Kraft-Schule ein Soccerfeld auf dem Schulhof, der das Fußballspiel auch in den Pausen und am Nachmittag erleichtert.

Prominente Gäste im Fußballmuseum vor Ort

Die diesjährigen Gewinner wurden im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Fußballmuseum in Dortmund geehrt. Zu den prominenten Gästen des Abends gehörten Oliver Bierhoff, Manager der deutschen Nationalmannschaft und Schirmherr des Integrationspreises, Cacau, 23-maliger Nationalspieler und DFB-Integrationsbeauftragter, viele ehemalige Nationalspielerinnen und Nationalspieler, darunter Bundestrainerin Steffi JonesJimmy Hartwig und Thomas Hitzlsperger sowie Dr. Dirk Jakobs, Leiter Global Diversity Office der Daimler AG.

Jakobs sagt: "Wir sind überzeugt, dass Vielfalt zu besseren Ergebnissen führt. Um als global agierendes Unternehmen erfolgreich sein zu können, ist es für uns mehr als eine Verpflichtung – es ist eine Notwendigkeit -, Vielfalt zu fördern und zu fordern. Der Sport bringt unterschiedlichste Menschen zusammen. In den Vereinen wie auch bei uns bei Daimler sind Spitzenleistungen unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, Religion, Behinderung oder sexueller Identität."

 

 

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Ansprechpartnerinnen:

  • Julijana Zivkovic (Klassenlehrerin IK 1)
  • Elena Sivinova (Klassenlehrerin IK 2)
  • Andrea Köneke-Schrader (DaZ-Fachbereichsleiterin)
  • Christine Georg (Schulleiterin)

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